Unterrichtsversorgung/ Unterrichtsausfall in Baden Württemberg - die Stundentafeln, Organisationserlass, verlässliche Grundschule usw.:

Die Unterrichtsversorgung in Baden Württemberg ist durch ein für Laien kaum noch durchschaubares Konglomerat verschiedenster Regelungen geprägt. In dem Zusammenspiel wachsweicher Formulierungen und wechslseitige Ausnahmen erstaunt es wenig, daß es in Baden Württemberg nach wie vor zu erheblichen Unterrichtsausfällen kommt:

Die Stundentafeln Baden Württembergs:

Zur Spezifizierung der Unterrchtsversorgung und zur Vermeidung von Unterrichtsasfällen haben die meisten Bundesländer inzwischen sogenannte „Stundentafeln" veröffentlicht. Aus diesen ergibt sich für die jeweiligen Klassenstufen einer Schulart die Anzahl der Stunden in bestimmten Fächern, die gewährleistet werden soll. Für Baden-Württemberg gibt es – ohne Anspruch auf Vollständigkeit - die folgenden Stundentafeln:

  • Verordnung des Kultusministeriums Baden Württemberg über die Stundentafel der Grundschule vom 28.04.1994, zuletzt geändert am 05.02.2004
  • Verordnung des Kultusministeriums Baden Württemberg über die Stundentafel der Hauptschule vom 28.04.1994, zuletzt geändert am 05.02.2004
  • Verordnung des Kultusministeriums Baden Württemberg über die Stundentafel der Realschule vom 28.04.1994, zuletzt geändert am 05.02.2004
  • Verordnung des Kultusministeriums Baden Württemberg über die Stundentafeln der Klassen 5 bis 10 der Gymnasien in Normalform und der Klassen 7 bis 11 der Gymnasien in Aufbauform mit Heim von 23.06.1999, zuletzt geändert am 05.02.2004

Die Stundentafel-Öffnungsverordnung Baden Württemberg:

Zu beachten ist, daß es sich bei den jeweiligen Stundentafeln Baden Württembergs um bloße Stundenkontingente handelt.

Diese werden in der Stundentafel-Öffnungsverordnung Baden Württemberg wie folgt zusätzlich konkretisiert:

§ 1 Stundentafel-Öffnungsverordnung Baden Württemberg:
„(1) Der in den Stundentafeln der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen vorgesehene Unterrichtsumfang in den einzelnen Fächern kann bei der Stundenplanung nach den folgenden Maßgaben über- oder unterschritten werden:
1. Epochenunterricht: Die Fächer können innerhalb eines Schuljahres im Epochenunterricht erteilt werden. Hierzu werden Unterrichtsstunden zur Bildung von Unterrichtsschwerpunkten innerhalb des Schuljahres zusammengezogen. Im Schuljahr insgesamt ist in etwa dem Zeitanteil der Stundentafel entsprechend zu unterrichten.
2. Schuljahrübergreifende Verlegung: Nach der Stundentafel vorgesehene Unterrichtsstunden können in einzelnen Fächern um ein Jahr vorgezogen oder um ein Jahr verschoben werden.
3. Fächerübergreifende Verlegung: Die Zahl der nach Stundentafel vorgesehenen Unterrichtsstunden in einem Fach kann erhöht werden, wenn sie in einem anderen Fach entsprechend vermindert wird.
4. Klassenübergreifende Verlegung: Die Zahl nach der Stundentafel vorgesehenen Unterrichtsstunden einer Klasse kann erhöht werden, wenn sie in einer anderen Klasse entsprechend vermindert wird.
(2)…“

Der Organisationserlass Baden Württemberg - die Lehrerreserve:

Bedeutsam ist desweiteren der „Organisationserlass Baden Württemberg“, der Regelungen zur konkreten Unterrichtsorganisation trifft und insbesondere folgende Gesichtspunkte herausgreift:

  • Vorrang des Pflichtunterrichts der Stundentafel
  • Vertretungsregelungen und Inanspruchnahme einer Lehrerreserve

Verlässliche Grundschule Baden Württemberg:

Für den Grundschulbereich gibt es zudem Mindeststandards im Rahmen des Programms „Verlässliche Grundschule“, die Ausfälle noch zusätzlich minimieren helfen sollen.

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