Rechtsgrundlagen - die Notenbildungsverordnung Baden Württemberg:

Die Rechtsgrundlagen für Schulnoten ist gestaffelt und im einzelnen nicht immer nachvollziehbar:

Der "Rahmen" der Notenbildungsverordnung Baden Württemberg bzw. Schulbericht Baden Württemberg:

In Baden-Württemberg gibt die „Notenbildungsverordnung“ zunächst einen Rahmen bei der Leistungserfassung und Bewertung vor. Hierzu stelle ich auszugsweise folgende relevante Regelungen voran:

§ 2 Notenbildungsverordnung:
(1) Die nachfolgenden Regelungen stellen einen Rahmen dar, innerhalb dessen die Gesamtlehrerkonferenz mit Zustimmung der Schulkonferenz ergänzende Regelungen treffen kann (§ 45 Abs. 2 SchG BW i.V.m. § 2 Abs. 1 Konferenzordnung und § 47 Abs. 5 SchG BW). Darüberhinaus kann die Schulkonferenz zu allgemeinen Fragen der Leistungserhebung und- beurteilung Vorschläge gegenüber dem Schulleiter und den Lehrerkonferenzen machen (§ 47 Abs. 2 SchG BW).

§ 7 Notenbildungsverordnung:
 (1) Grundlage der Leistungsbewertung in einem Unterrichtsfach sind alle vom Schüler im Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten Leistungen (schriftliche, mündliche und praktische Leistungen). Schriftliche Leistungen sind insbesondere die schriftlichen Arbeiten (Klassenarbeiten und schriftliche Wiederholungsarbeiten). Der Fachlehrer hat zum Beginn seines Unterrichts bekannt zu geben, wie er in der Regel die verschiedenen Leistungen bei der Notenbildung gewichten wird.
(2) Die Bildung der Note in einem Unterrichtsfach ist eine pädagogisch-fachliche Gesamtwertung der vom Schüler im Beurteilungszeitraum erbrachten Leistungen.

§ 8 Notenbildungsverordnung:
(1) Klassenarbeiten geben Aufschluß über Unterrichtserfolg und Kenntnisstand einer Klasse und einzelner Schüler und weisen auf notwendige Fördermaßnahmen hin. Sie werden daher in der Regel nach den Phasen der Erarbeitung, Vertiefung, Übung und Anwendung angesetzt. Klassenarbeiten sind in der Regel anzukündigen.“
(2) Schriftliche Wiederholungsarbeiten geben Aufschluß über den erreichten Unterrichtserfolg der unmittelbar vorangegangenen Unterrichtsstunden einer Klasse und einzelner Schüler und weisen auf notwendige Fördermaßnahmen hin. Sie können auch als Nachweis dafür dienen, mit welchem Erfolg Hausaufgaben bewältigt wurden. Für die Anfertigung einer schriftlichen Wiederholungsarbeit sind in der Regel 20 Minuten vorzusehen.
(3) Klassenarbeiten und schriftliche Wiederholungsprüfungen sind gleichmäßig auf das ganze Schuljahr zu verteilen. An einem Tag soll nicht mehr als eine Klassenarbeit geschrieben werden. Vor der Rückgabe und Besprechung einer schriftlichen Arbeit oder am Tag der Rückgabe darf im gleichen Fach keine neue schriftliche Arbeit angefertigt werden.
…“

Zu beachten ist, daß die §§ 8 und 9 der Notenbildungsverordnung Baden Württemberg auf die Grund- und Hauptschulen keine Anwendung finden (§ 11 Notenbildungsverordnung BW). Dort gilt die Verordnung des Kultusministeriums Baden Württemberg über die Schülerbeurteilung in Grundschulen und Sonderschulen ("Schulbericht").

§ 2 Schulbereicht Baden Württemberg:
(1) In den Klassen 3 und 4 werden in Deutsch und Mathematik schriftliche Arbeiten auch für die Lernkontrolle und den Leistungsnachweis angefertigt...
(2) Im Schuljahr sind in Deutsch mindestens zehn schriftliche Arbeiten, darunter fünf Aufsätze und in Mathematik mindestens acht schriftliche Arbeiten, die der Lernkontrolle und dem Leistungsnachweis dienen, anzufertigen. Sie sind gleichmäßig auf das ganze Schuljahr zu verteilen. Zum Ende des Schuljahres werden in der Klasse 3 in den Fächern Deutsch und Mathematik zentrale Diagnosearbeiten gestellt, die nicht benotet werden.
...
(4) Darüber hinaus können in allen Fächern oder Fächerverbünden, ausgenommen Fremdsprache, schriftliche Arbeiten, die der Übung und Wiederholung der zuletzt behandelten Unterrichtsstuffe dienen, gefertigt werden. Diese können zur Sicherung der Notengebung herangezogen werden.

Desweiteren ist zu beachten, daß gem. § 11 Notenbildungsverordnung, Baden Württemberg der dortige § 9 in den beiden Jahrgangsstufen des Kurssystems der Gymnasien und des Kollegs keine Anwendung findet.

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Ggf. Ausfüllung durch Regelungen der Gesamtlehrerkonferenz:

Die angesprochenen, den Rahmen der Notenbildungsverordnung Baden Württemberg ergänzenden Regelungen der Gesamtlehrerkonferenz mit Zustimmung der Schulkonferenz (vgl. § 47 Abs. 5 Nr. 2 SchG BW für den Bereich der „Klassenarbeiten sowie Hausaufgaben“) sind vor allem in folgenden Bereichen denkbar:

  • Wie viele Klassenarbeiten je Fach dürfen in einem Schuljahr geschrieben werden?
  • Wie viele Klassenarbeiten dürfen in einer Woche geschrieben werden?
  • Können an einem Tag eine Klassenarbeit und eine schriftliche Wiederholungsarbeit geschrieben werden?
  • Gibt es Folgen im Falle eines schlechten Ergebnisses (beispielsweise wenn ein Gesamtdurchschnitt eine Grenze überschreitet oder es einen überproportional großen Anteil an mangelhaften oder ungenügenden Arbeiten gibt)?
  • Desweiteren gibt es oftmals nähere Regelungen für Hausaufgaben, insbesondere was deren zeitlichen Umfang sowie deren Anfertigung über das Wochenende oder Sonn- und Feiertage betrifft.

Soweit die Gesamtlehrerkonferenz mit Zustimmung der Schulkonferenz derartige Regelungen getroffen hat, sind diese für alle Lehrer verbindlich, d.h. diese müssen sich hieran halten.

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Subsidiär – Regelungen der einzelnen Lehrer:

Soweit es an einer Regelung in der Notenbildungsverordnung fehlt und die Gesamtlehrerkonferenz auch keinen Beschluß hierzu gefaßt hat, können die einzelnen Lehrkräfte im Rahmen Regelungen treffen. Dies ist aber nur im Rahmen ihres pflichtgemäßen dienstlichen Ermessens und unter Beachtung der für sie geltenden Bestimmungen möglich (§ 38 SchG BW).

Die Lehrkräfte sind zudem alleine für die Leistungsbewertung zuständig; die Gesamtlehrerkonferenz besitzt insofern nur ein Empfehlungsrecht.

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