Grundschulempfehlung Baden Württemberg:

Die verbindliche Grundschulempfehlung Baden Württemberg wurde abgeschafft, d.h. Eltern dürfen die weiterführende Schule selbst wählen.

Dies ändert freilich nichts daran, daß eine Grundschulempfehlung ergeht und diese ja durchaus Relevanz haben kann:

  • Denn zwar dürfen weiterführende Schulen diese - offiziell - nicht mehr nutzen.
  • Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß viele Schulen oder Lehrer sicn nach den alten Noten erkundigen (bzw. diese über Schülerakten "recherchieren") und Schüler dann schnell auf "Abschußlisten" stehen. In anderen Bundesländern ohne verbindliche Grundschulempfehlung ist dies schon seit einiger Zeit zu beobachten.

Insofern ist auch nach wie vor der Rechtsschutz gegen Grundschulempfehlungen bedeutsam.

Für weitergehende Fragen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Grundschulempfehlung Baden Württemberg - neue Rechtslage:

Zum Schuljahr 2011/2012 sind folgende neue Kriterien für die Grundschulempfehlung Baden Württemberg in Kraft getreten (§ 5 Schulgesetz Baden Württemberg):

  • der "Leistungsstand"
  • die "soziale und psychische Reife"
  • sowie das "Entwicklungsptential" des Kindes.

Diese Kriterien sind natürlich äußerst schwammig, da sie nicht einmal Vorgaben beinhalten, ab welcher Note eine bestimmte Grundschulempfehlung zu erteilen ist. Insofern besteht viel Raum bis zur Willkür...

Es zeigt sich auch, daß viele Lehrer sich deshalb noch an den vormals geltenden Kriterien orientieren, da diese wenigstens Notenvorgaben beinhalteten und auch von den "weichen Kriterien" her wesentlich aussagekräftiger waren.

Nachfolgende Ausführungen beinhalten deshalb Hinweise zur alten Rechtslage in Baden Württemberg - sie sind aber nicht mehr geltendes Recht!

Für weitergehende Fragen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Grundschulempfehlung Baden Württemberg - alte Regelungen:

Die normativen Regelungen für die Grundschulempfehlung Baden Württemberg ergaben sich aus der Aufnahmeverordnung Realschule/ Gymnasium Baden Württemberg und ergänzend der VwV des Kultusministeriums Baden-Württemberg „Aufnahmeverfahren für die auf der Grundschule aufbauenden Schularten" - im einzelnen:

Ziffer 3.1 VwV des Kultusministeriums Baden-Württemberg Aufnahmeverfahren für die auf der Grundschule aufbauenden Schularten:
„Die Klassenkonferenz empfiehlt jedem Schüler die für ihn geeignete Schullaufbahn (Grundschulempfehlung). Bei der Erstellung der Grundschulempfehlung berücksichtigt die Klassenkonferenz das Lern- und Arbeitsverhalten des Schülers, die Art- und Ausprägung seiner Leistungen sowie seine bisherige Entwicklung. Wenn erforderlich, soll der Klassenkonferenz eine Aussprache des Klassenlehrers mit den Erziehungsberechtigten vorausgegangen sein. Über das Ergebnis der Aussprache berichtet der Klassenlehrer der Klassenkonferenz.“

§ 4 Aufnahmeverordnung für Realschulen/ Gymnasium Baden Württemberg:
“(3) Voraussetzung für eine Empfehlung für die Realschule sind, daß
1. der Schüler im Durchschnitt der Noten im Anmeldezeugnis in den Fächern Deutsch und Mathematik mindestens 3,0 erreicht hat und
2. das Lern- und Arbeitsverhalten des Schülers, die Art und Ausprägung seiner schulischen Leistungen auch in den übrigen Fächern oder in den Fächerverbänden sowie seine bisherige Entwicklung erwarten lassen, daß er den Anforderungen der Realschule entsprechen wird.
Eine Empfehlung für die Realschule kann ausnahmsweise auch dann ausgesprochen werden, wenn der Schüler den Notendurchschnitt nach Nr. 1 nicht hat, jedoch die Voraussetzungen von Nr. 2 in besonderer Weise erfüllt sind.“

(4): Voraussetzung für eine Empfehlung für das Gymnasium sind, daß
1. der Schüler im Durchschnitt der Noten im Anmeldezeugnis in den Fächern Deutsch und Mathematik mindestens 2,5 erreicht hat und
2. das Lern- und Arbeitsverhalten des Schülers, die Art und Ausprägung seiner schulischen Leistungen auch in den übrigen Fächern oder in den Fächerverbänden sowie seine bisherige Entwicklung erwarten lassen, daß er den Anforderungen des Gymnasiums entsprechen wird.
Eine Empfehlung für das Gymnasium kann ausnahmsweise auch dann ausgesprochen werden, wenn der Schüler den Notendurchschnitt nach Nr. 1 nicht hat, jedoch die Voraussetzungen von Nr. 2 in besonderer Weise erfüllt sind.“

Neben den - detaillierten - Notenvorgabe ließen die Normen 2 Möglichkeiten offen, die gewünschte Grundschulempfehlung zu erhalten:

  • Zum einen, indem man den Notendurchschnitt und die Perspektive des Kindes kumulativ zugrundelegt (was freilich zur Folge hat, daß bei Überschreiten des Notendurchschnitts nach dieser Alternative nicht die gewünschte Grundschulempfehlung ergehen wird).
  • Zum anderen, indem man den Notendurchschnitt außer acht läßt und nur auf die Perspektive abstellt, die dann aber in besonderem Maße vorliegen muß.

Grundschulempfehlung Baden Württemberg - weitere Gliederungspunkte:

Umfangreiche Informationen zur alten Rechtslage erhalten Sie auch über meine Homepage zur Grundschulempfehlung Baden Württemberg mit erweiterten Hinweisen zur Grundschulempfehlung, Bildungsempfehlung und Aufnahmeprüfung Realschule, Gymnasium Baden Württemberg.