Die Benotung von schulischen Leistungen:

Die Problembereiche der Benotung von Leistungen sind nochmals zweigeteilt:

  • Zum einen gibt es nochmals Verfahrensregeln, die auch im Bereich der Benotung nochmals absichern sollen, daß der Grundsatz der Chancengleichheit trotz aller subjektiven Einschläge auch im Stadium der Benotung eingehalten wird.
  • Zum anderen geht es um inhaltliche Fragen der Benotung selbst.

Nachfolgend einige der in der schulrechtlichen Praxis immer wieder vorkommenden Problembereiche:

Berücksichtigung des ermittelten Sachverhalts:

Wichtigste Grundlage der Bewertung ist, daß der Lehrer die ermittelten Sachverhalte für das Benotungsverfahren vollständig zugrundelegt.

Probleme können dabei immer wieder entstehen, wenn Schüler Bearbeitungen nicht beenden konnten, d.h. zum Zeitpunkt der Abgabe einzelne Themen nur in Form von Gliederungen, Entwürfen o.ä. gefertigt haben.

Sollen diese einer Klausur beigefügt werden, sollte vorsichtshalber immer ein ausdrücklicher Hinweis erfolgen.

Inwiefern diese dann als Sachverhalt für das Benotungsverfahren heranzuziehen sind, ist eine Frage des Einzelfalls.

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Notenbildung - Notenbildungsverordnung:

Die Frage der Notenbildung ist (beispielhaft für Baden-Württemberg) grundlegend in der Notenbildungsverordnung geregelt. Zu beachten sind aber auch spezialgesetzliche Regelungen für einzelne Prüfungen (bspw. NGVO für das Abitur).

Hierauf wird aufgrund der sehr unterschiedlichen Regelungen im einzelnen verwiesen.

Je nach gesetzlicher Grundlage sind dabei auch pädagogische Beurteilungsspielräume eine erhebliche Rolle.

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Der Grundsatz der absoluten Benotung:

Leistungsbewertungen sind Individualleistungen.

Die Benotung hat demnach anhand eines absoluten Maßstabes zu erfolgen:

Dieser Maßstab orientiert sich an dem, was man von einem „Schüler“ in dem zu prüfenden Bereich erwartet.

Unerheblich sind hingegen Leistungen anderer Schüler, die zufällig in demselben Klassenverband sind bzw. an demselben Prüfungstermin teilnehmen; diese bilden keinen Maßstab und die Frage, ob die Klasse (im Vergleich zu den Vorjahren) besonders gut oder schlecht abgeschnitten haben, spielt grundsätzlich keine Rolle.

Soviel zur Theorie.

Natürlich wird es in der Praxis immer so sein, daß die Leistungen anderer Schüler aus dem Klassenverband bei der konkreten Bewertung eine Rolle spielen werden, denn der Lehrer berücksichtigt meist als Ausgangsbasis für seine Notenbildung eine Durchschnittsleistung der Klasse (relativer Prüfungsmaßstab).

Ungeachtet dessen ist grundsätzlich auf einen absoluten Maßstab abzustellen. Relative Bewertungsmaßstäbe werden allenfalls für eine „Feinjustierung“ als zulässig erachtet, aber nicht zur Ermittlung Ausgangslage für eine Bewertungsskala.

Das heißt: Eine gute Leistung bleibt auch dann gut, wenn andere noch besser sind.

Relevanz kann dies vor allem auch dann haben, wenn die Häufung besonders guter Leistungen von Mitschülern auf rechtswidrig erlangtem Sonderwissen beruhen (beispielsweise, weil einige Tipps von Lehrern erhalten haben):

Zwar hat derjenige, der (ohne dieses Sonderwissen) „nur“ eine gute Leistung abgeliefert hat, grundsätzlich keinen Anspruch darauf, einen Bewertungsbonus dafür zu erhalten (keine Gleichbehandlung im Unrecht).

Ist Ausgangspunkt seiner Benotung aber ein relativer Prüfungsmaßstab gewesen, der (aufgrund der besonders guten Leistungen der anderen) nicht so gut ausgefallen ist, wie dies eigentlich unter Zugrundelegung eines absoluten Maßstabs erforderlich gewesen wäre, kann dies durchaus zu einem Verfahrensfehler im Bewertungsbereich geführt haben, der zu einer Wiederholung berechtigt.

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Benotung und fachliche Beurteilung:

Ausgangspunkt für die inhaltliche Bewertung ist die Frage nach der zutreffenden Beurteilung (also eine fachliche) und unterliegt insofern auch einer umfassenden gerichtlichen Kontrolle.

Die Schlagworte sind:

  • Richtig
  • Falsch
  • Vertretbar (d.h. eine mit gewichtigen Argumenten folgerichtig begründete Lösung)

Ausreichend ist die Vertretbarkeit einer Lösung; eine vertretbare Lösung ist nicht falsch.

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Benotung und prüfungsspezifische Wertungen - pädagogischer Beurteilungsspielraum:

Die Benotung hängt aber natürlich nicht alleine davon ab, daß eine Frage richtig, falsch oder vertretbar beantwortet wurde, sondern ist durch prüfungsspezifische Wertungen zu ergänzen, die erst die Zuordnung zu einer konkreten Note ermöglichen. Hierbei kommt es u.a. an:

  • Schnelles und genaues Erfassen von Problemen,
  • Strukturiertheit der Ausführungen und Überzeugungskraft,
  • den Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe
  • den Gesamteindruck
  • usw.

Diese Bereiche überlassen den Lehrern einen Bewertungsspielraum, der nur beschränkt gerichtlich nachprüfbar ist.

Hierzu im einzelnen:

Das Willkürverbot:

  • Willkür liegt immer dann vor, wenn es keinen sachlichen Grund für eine Bewertung gibt.
  • Wann dies im einzelnen der Fall ist, unterliegt einer unübersichtlichen Kasuistik.
  • Anhaltspunkte für Willkür ergeben sich meist aus Randbemerkungen, die in keinem inhaltlichen Bezug zur Leistungsermittlung mehr stehen.
  • Rechtsfolge ist, daß die Bewertung nochmals vorzunehmen ist.

Einhaltung allgemeingültiger Bewertungsgrundsätze:

  • Nahe an der Willkür sind solche Bewertungsfehler, die sich daraus ergeben, wenn der Lehrer allgemein anerkannte Regeln der Leistungsbewertung ignoriert.
  • Auch hierzu gibt es eine umfassende Kasuistik. Hierzu gehören u.a.: Anforderungen an den Schüler, die über das angestrebte Ziel hinausgehen. Die Beachtung persönlicher Umstände, die den Schüler zufällig begünstigen (wenn ihm beispielsweise zufällig die Prüfungsaufgabe liegt oder er diese zufällig kennt, darf dies nicht zu Abzügen führen)

Gleichbehandlungsgebot/ ständige Bewertungspraxis:

  • Das Gleichbehandlungsgebot beinhaltet die Forderung, gleiche Leistungen auch gleich zu bewerten.
  • Ein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht ergibt sich hieraus aber – wie mehrfach dargestellt – nicht.
  • Ähnliche Wirkungen können sich auch aus einer ständigen Bewertungspraxis ergeben (sofern diese nicht rechtswidrig ist).

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