Mobbing in der Schule und Aufsichtspflichten:

Ein pikantes Thema sind Mobbing und - leider oftmals spiegelbildlich dazu - Aufsichtspflichtsverletzungen in Schulen.

Mobbing und Aufsichtspflichten in den Schulen Baden Württembergs - reale Situation:

Mobbing gehört inzwischen zu den relevantesten Themen im schulischen Bereich. Die Ursachen hierzu sind vielfältig:

  • Manche Schüler werden einfach gemobbt, weil sie anders sind. Dies kann von Mitschülern aber auch von Lehrern ausgehen.
  • Manche Schüler werden auch stellvertretend für ihre Eltern gemobbt, was oftmals bei engagierten Eltern der Fall ist, wenn diese in den Schulen den Finger auf Wunde Punkte legen.
  • Manche Schüler werden auch gemobbt, ohne daß ein nachvollziehbarer Grund erkennbar ist.

Das Problem bei Mobbing ist, daß Eltern vielfach glauben, daß ihnen schon jemand helfen werde, denn ihre Kinder sind ja schließlich die Opfer. Dem ist leider oftmals nicht so. Unter dem Aspekten,

  • man könne "ja nicht alles sehen",
  • Kinder müssen auch etwas "unter sich ausmachen", weil sie sonst kein Selbstbewußtsein entwickeln und
  • man müsse den Kindern ja "gewisse Freiräume lassen"

ist es heute leider vielfach so, daß die "Wegschau-Mentalität" in der Schule ihre nachhaltigste Prägung fürs Leben erhalten dürfte.

Für nähere Informationen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Mobbing und Aufsichtspflichten in den Schulen - Hintergrund:

Hintergrund zu Vorgesagtem ist, daß Mobbing faktisch regelmäßig mit den Aufsichtspflichten der Lehrer bzw. der Schulleitung als letzte Instanz für Aufsichtspflichten kolldiert:

Ein Lehrer, der nicht hilft, obwohl er etwas sieht, unterliegt zwar nicht per se einer Aufsichtspflichtsverletzung, ein Indiz für eine Aufsichtspflichtsverletzung ist dies allerdings allemal.

Infolgedessen ist jedermann, der Mobbing rügt, auch zugleich eine Bedrohung für denjenigen, der ihm eigentlich helfen soll.

Für nähere Informationen hierzu kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Mobbing und Aufsichtspflichten in der Schule - Regelungen:

Aber wie sieht überhaupt die Rechtslage aus?

Zu konstatieren ist zunächst, daß sich Baden-Württemberg leider nicht besonders hervortut in der Regelung von Aufsichtspflichten und dieses pikante Thema den jeweiligen Schulen überläßt (vgl. § 41 SchG BW).

Festzuhalten ist demnach, daß die Regelung der Aufsichtspflichten für Lehrer "Schulsache" ist. Die dortige Regelung ist demnach erster Anknüpfungspunkt, wenn man die Pflichten von Lehrern fixieren möchte.

Natürlich entbindet dies nicht davor, allgemeine Anforderungen zu beachten, so diese über die dort geregelten Aufsichtspflichten hinausgehen.

Abschließend soll an dieser Stelle noch auf Ausführungen der GEW in dem von ihnen herausgegebenen Jahrbuch 2007 eingegangen werden, die man als Mindeststandard einfordern sollte:

"... Maßstab für das Eingreifen bzw. Planen ist der Grundsatz diligentia quam in suis (Sorgfalt wie bei meinen eigenen Angelegenheiten): Wie würde ich bei meinem eigenen Kind handeln, was würde ich bei meinem eigenen Kind von der Lehrkraft erwarten?..."
"... Daneben und unabhängig hiervon obliegt die Pflicht zur Beaufsichtigung der Schülerinnen und Schüler beim Unterricht und außerunterrichtlichen Veranstaltungen der zuständigen Lehrkraft. Aber auch eine nicht zur Aufsicht eingeteilte Lehrkraft muß bei einer Rauferei auf dem Schulhof eingreifen und auch andere an der Schule Beteiligte- z.B. sonstiges Personal, Eltern als Begleitpersonen bei außerunterrichtlichen Veranstaltungen - können an der Beaufsichtigung der Schülerinnen und Schüler teilhaben..."
"... Alle Lehrkräfte müssen
sich so verhalten, daß sich die Schülerinnen und Schüler stets beaufsichtigt fühlen...".

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